„was ist eigentlich
Cerebralparese?“

Was ist Cerebralparese?

Unter Cerebralparese (CP) versteht man eine Hirnschädigung, die angeboren oder erworben sein kann. Man rechnete lange mit 2 Betroffenen auf 1000 Geburten, wenn man jedoch die Entwicklung der Neonatologie und die stark verbesserten Überlebenschancen für sehr junge Frühgeborene mit einbezieht, die dann später durch Hirnblutung ebenfalls einen Hirnschaden erleiden, dann steigt diese Zahl auf 3 – 4 Kinder von 1000. Hinzu kommen die Hirnschäden nach Unfall oder Krankheit.

CP ist eine bleibende aber nicht unveränderliche Bewegungs- und Haltungsstörung infolge einer Schädigung des Gehirns, durch den Verlust von Nervenzellen ist das Gehirn auch in seinen aufnehmenden, verarbeitenden und steuernden Funktionen beeinträchtigt. Die Störungen sind von Ort und Schwere der Schädigung abhängig, sie können von leichten Ungeschicklichkeiten bis zu schweren Tetraparesen reichen, die alle Körperfunktionen betreffen.

Die daraus resultierenden Behinderungen variieren sehr stark, sind komplex und gravierend und reichen von einer Diplegie (nur die Beine sind betroffen), über die Hemiplegie (Halbseitenlähmung, z.B. beim Erwachsenen nach Schlaganfall), bis hin zur Tetraparese (alle 4 Gliedmaßen sind betroffen) und zu schweren Mehrfachbehinderungen mit Blindheit, Taubheit, geistiger Behinderung, Non-Verbalismus (nicht sprechen können) bei klarem Verstand oder mit geistiger Behinderung. Es treten immer auch Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen mit auf.
Begleiterscheinungen sind häufig: Bronchitiden oder Pneumonien, Lernbehinderungen, Ess- und Ernährungsstörungen, später Gelenkkontrakturen, Hüftluxationen, Einsteifung der Gliedmaßen.

Tatsache ist, dass diese Behinderung lebenslange ärztliche und therapeutische Begleitung erfordert, da die Kinder auf Grund der Plastizität des Gehirns bei adäquater Förderung sehr viel lernen und kompensieren können und vieles von der „richtigen Förderung“ zum frühest möglichen Zeitpunkt abhängt.

Es gibt Menschen mit CP, die studieren oder Berufe erlernen und später im Arbeitsleben stehen, die Famile haben und Kinder - es gibt auch Menschen mit CP, die bis ins hohe Alter bei den Eltern wohnen oder in Wohneinrichtungen leben.